Arktis-Abenteuer · Teil 5 von 6

November 2025 · Norwegen, Finnland, Russland

Wanderung zum Dreiländereck Treriksrøysa

Edith auf dem Holzsteg und der Grenzstein Treriksrøysa im Schnee

Entwurf – der Text wird noch aus den Videos und Instagram ergänzt

Besuch vom norwegischen Grenzschutz, Lagerfeuer am Wanderparkplatz und 10,6 Kilometer mit nassen Füßen bis zu dem Punkt, an dem Norwegen, Finnland und Russland aufeinandertreffen.

Kurz vor 15 Uhr ist es schon stockdunkel, und die letzten Kilometer zum Wanderparkplatz werden immer holpriger. Google hätte uns fast noch auf einen Weg geschickt, der eindeutig verboten ist.

Am Parkplatz gibt es mehrere nagelneue Feuerstellen, einen Shelter, ein Plumpsklo (mit Leiter fürs Dach, warum auch immer) und einen großen Holzkasten, in dem wir Brennholz vermuten. Drin steht nur ein Topf. Zum Glück haben wir eigenes Holz dabei.

Besuch vom Grenzschutz

Beim Kochen hören wir ein Kettenfahrzeug: der norwegische Grenzschutz. Der Beamte ist super freundlich, erklärt uns die Regeln und fragt, ob wir heute oder morgen wandern. Jeder wird hier so informiert. Parken und Übernachten ist kein Problem.

Abends gibt es Lagerfeuer und selbst gemachten Glühwein. Das gelbe Lämpchen in der Ferne ist ein Kontrollturm der norwegischen Armee. Den sollten wir eigentlich nicht filmen, man sieht aber eh nichts.

Die Wanderung

Am Morgen ist es eiskalt, es hat leicht geschneit, und die Sonne kommt raus. Bis zum Dreiländereck sind es gut 5 Kilometer, fast flach. Der Boden ist seit Tagen gefroren. Wenn es nass ist, soll hier alles Sumpf und Matsch sein. In Berichten haben wir Fotos gesehen, auf denen Leute bis zum Schienbein im Wasser stehen.

Der Schnee macht uns etwas nervös: Die Anfahrt waren 20 Kilometer über Stock und Stein, und hier fährt sicher kein Schneepflug. Für den Nachmittag ist mehr Schnee angesagt. Also zügig wandern und dann weg, auf Schneeketten montieren haben wir keine Lust.

Der Weg führt quer durch unberührte Natur voller Moore und Wälder, meist über schmale Holzstege. Das Licht ist traumhaft. Die Bären sind hoffentlich alle schon in Winterruhe. Unterwegs treffen wir die zwei Grenzpolizisten wieder. Einer erzählt, dass er die Strecke nicht jeden Tag läuft, sie ihm aber richtig Spaß macht. Er ist in der Natur und wird dafür bezahlt.

Und dann kommen die nassen Stellen. Wir versuchen außen herum zu gehen. Keine gute Idee. Das Eis bricht, und es war’s mit den trockenen Füßen. Ein Stück weiter das Gleiche. Unsere Empfehlung: Gummistiefel. Gummistiefel werden total unterschätzt.

Am Dreiländereck

Nach 5,3 Kilometern sind wir da: Treriksrøysa, der Grenzstein im Øvre-Pasvik-Nationalpark, an dem Norwegen, Finnland und Russland aufeinandertreffen. Hier stoßen übrigens nicht nur drei Staaten, sondern auch drei Zeitzonen zusammen. Den Steinhaufen zu umrunden oder gar zu umarmen ist verboten, denn das wäre ein unerlaubter Grenzübertritt. Weiße Schilder markieren, wie weit man gehen darf, und die Grenzpolizisten haben den Weg extra abgesteckt. Die langen Schneisen durch den Wald, links Russland, rechts Norwegen und Finnland, haben schon etwas Besonderes.

Zurück geht’s natürlich wieder durch das ganze Wasser. Am Auto haben wir nasse Füße und Blasen an den Fersen, Manni bekommt die gefrorenen Schuhbänder nicht mehr auf. Zum Glück hat die Standheizung durchgehalten.

Unser Fazit

  • Anfahrt: 20 Kilometer holprige Piste durch den Wald, rund eine Stunde pro Richtung. Es lohnt sich trotzdem.
  • Wanderung: schön und nicht schwer, gut 5 Kilometer pro Richtung.
  • Ausrüstung: Gummistiefel oder wirklich wasserdichte, hohe Schuhe. Wir standen teils 20 cm im Wasser.
  • Beste Zeit: Laut Grenzpolizei ist es fast das ganze Jahr so nass, außer im tiefsten Winter bei Dauerfrost. Dann sind dafür vielleicht Schneeketten fürs Auto nötig.
  • Die Hauptsaison war vor zwei Monaten. Jetzt kommen nur noch „vereinzelte Verrückte“. Die Landschaft im Nationalpark lohnt sich aber auf jeden Fall.

Nächstes Mal: über die Straße 888 Richtung Gamvik, quer durch das arktische Hochland – und am Abend wieder Polarlichter.

Fotos von unterwegs

  • Der Van im ersten Schnee bei Sonnenaufgang am Wanderparkplatz
  • Manni und Edith an der Treriksrøysa, dem Dreiländereck
  • Edith auf dem überfluteten Holzsteg durchs Moor
  • Nasse Füße – Gummistiefel wären besser gewesen
  • Die Grenzschneise am Dreiländereck
  • Holzsteg durch die verschneite Moorlandschaft
  • Selfie unterwegs zum Dreiländereck
  • Selbst gemachter Glühwein am Lagerfeuer
  • Edith im Shelter am Feuer

Das Video zu diesem Teil