Arktis-Abenteuer · Teil 6 von 6

November 2025 · Norwegen

Im Schneesturm über die 98 und 888 nach Slettnes

Unser gelber Van auf der verschneiten Straße 888 – Titelbild der sechsten Folge

Entwurf – der Text wird noch aus den Videos und Instagram ergänzt

Wetter, das alle fünf Minuten umschlägt, eine Autotür, die sich selbst abschließt, Polarlichter bei -7 Grad und Kuchen aus dem Omnia an der Barentssee.

Montagmorgen, -5 Grad, leichter Schnee. Manni sitzt schon wieder am Rechner. Polarlichter gab es in der Nacht leider keine. Ab jetzt stellen wir die Arbeitszeiten um: Die paar Stunden Tageslicht wollen wir draußen nutzen, gearbeitet wird am späten Nachmittag, wenn es eh dunkel ist.

Wir haben auf einem Rastplatz neben der Straße übernachtet. Ein Schild bittet darum, den Platz nicht als Campingplatz zu missbrauchen. Für eine Nacht und ein paar Stunden Arbeit ist es aber in Ordnung.

Nordkapp oder nicht?

Es geht Richtung Nordkapp, zumindest grob. Erster Stopp ist Ifjord, dort entscheiden wir je nach Wetter weiter. In Konvoi-Fahrt wollen wir nicht hoch. Den Konvoi gibt es nur bei schlechtem Wetter, und bei schlechtem Wetter will man da gar nicht hin.

Das Wetter wechselt im Minutentakt: leichter Regen, Schneeregen, dann richtig Schnee, und hinter dem nächsten Hügel ist alles wieder weg. Die Streufahrzeuge funktionieren hier übrigens anders als bei uns: Das Streugut fällt einfach hinten raus und verteilt sich von selbst.

Unterwegs entdecken wir am Varangerfjord einen Strand, der uns sprachlos macht: weißer Sand ringsherum, Kieselsteine in der Bucht und klares Wasser. Wer braucht da noch die Karibik? Der Sand ist nicht tief und schön griffig, da geht es auch ohne 4x4. Nur zum Baden ist es leider etwas zu „warm“ 😉.

In Tana bru machen wir Pause, tanken Wasser und essen Hotdogs. Unser App-Tipp für Norwegen: Vegvesen Trafikk. Dort sieht man alle Straßensperrungen, Konvoi-Zeiten und Baustellen, dazu Webcams der Strecken.

Polarlichter bei Ifjord

Hinter Ifjord biegen wir auf die FV98 ab, hoch in die Berge. Einen guten Übernachtungsplatz finden wir erst 4 Kilometer weiter, um kurz vor 15 Uhr. Manni muss arbeiten, Edith sortiert Fotos aus (zu viele!). Und in der Nacht: wunderschöne Polarlichter. Wir kommen kaum los, so schön ist es, bis etwa Mitternacht. Edith friert sich dabei fast die Zehen ab, die tun noch am nächsten Tag weh.

Die Tür, die sich selbst abschließt

Am Morgen -7 Grad, der Wagen läuft schon warm. Edith steigt kurz aus, und schon ist die Tür zu und lässt sich nicht mehr öffnen. Der Van verriegelt sich bei laufendem Motor selbst, und wenn dann eine Tür offen ist, hupt er im Dauerton. Sehr angenehm auf dem Campingplatz. Vermutlich zickt ein Sensor in der Kälte, rauscodieren lässt es sich bisher nicht.

Unsere Notfall-Lösung: Der Ersatzschlüssel wandert in die Jackentasche, und die Dachluke wird nicht eingerastet, sondern nur mit Panzerband gesichert. So kommt man zur Not von oben rein.

Über die 888 nach Gamvik

Die Passstraße 888 vom Ifjord bis Gamvik ist ein Träumchen: eine kleine weiße „Wüstenlandschaft“ in rosa Licht. Die Sonne schafft es gerade noch über die Berge, aber lange scheint sie hier nicht mehr. Ab Ende November herrscht Polarnacht, und die Temperaturen sinken auf −30 Grad. Da haben wir mit −7 Grad und Sonnenaufgangsstimmung noch Glück. Eigentlich wollten wir dort oben übernachten, aber die Wetter-App kündigt einen Schneesturm an.

Insgesamt geht es auf der 888 125 Kilometer nach Gamvik. Das Navi sagt knapp zwei Stunden, wir rechnen lieber mit drei. Bremstest: Der Wagen bremst, hinten fliegt alles rum. Mal ist die Straße vereist, ein paar Kilometer weiter ist nichts mehr davon zu sehen. Edith hält bei jedem schönen Motiv für Fotos an, und davon gibt es hier viele.

Die Drohnenaufnahmen brauchen drei Anläufe, weil Manni beim ersten Mal vergessen hat, auf Aufnahme zu drücken. Die ersten Bilder wären die genialsten gewesen. In Gamvik liegt dann die Barentssee vor uns.

Schneesturm am Leuchtturm von Slettnes

Kurz vor dem Leuchtturm von Slettnes bleiben wir stehen. Der Schneesturm hat 4–5 cm Neuschnee hinterlassen. Um 16 Uhr ist es dunkel. Manni macht einen Spaziergang durch die Schneelandschaft, weit und breit nichts außer Schnee und einer Straßenlaterne. Edith bleibt drinnen und backt Kuchen im Omnia.

Weil der Omnia auf unserer Induktionsplatte nicht funktioniert, haben wir für solche Fälle noch einen Gaskocher als Reserve dabei. Sonst kochen wir rein elektrisch. Die Solaranlage kann man hier oben allerdings vergessen: heute 0 Wattstunden, gestern 10. Seit Beginn der Reise kam kaum etwas rein.

Draußen kommt der Schneesturm zurück, drinnen gibt’s Kaffee und frischen Kuchen mit Meerblick. So kann man es aushalten. Morgen wollen wir zum Leuchtturm, wenn das Wetter mitspielt.

Ediths Schokokuchen aus dem Omnia

Das Rezept ist eigentlich vegan, mit viel Sahne obendrauf dann nicht mehr 😄

Zutaten: 300 g Mehl · 270 g Zucker · 50 g Backkakao · 1 Prise Salz · 2 TL Backpulver · 10 EL Öl · 2 EL Essig oder Zitronensaft · 80 g Schokoraspel · 400 ml Wasser

  1. Mehl, Zucker, Kakao, Salz und Backpulver in einer Schüssel vermischen.
  2. Essig, Wasser und Öl verrühren, zur Mehlmischung geben und mit dem Schneebesen gut verrühren.
  3. Die Schokoraspel unterheben.
  4. Den Teig in die Silikonform des Omnia-Backofens füllen.
  5. 3 Minuten auf großer Flamme, dann ca. 45–55 Minuten auf kleinster Flamme backen.

Fotos von unterwegs

  • Drohnenaufnahme: der Van auf der verschneiten Straße 888
  • Die Straße 888 schlängelt sich durch die weiße Hochebene
  • Der Van im rosa Morgenlicht auf der 888
  • Polarlichter über den Bergen bei Ifjord
  • Grüne Polarlicht-Bögen über dem Fjell
  • Der Van am Strand des Varangerfjords
  • Weißer Sandstrand am Varangerfjord mit Schnee
  • Sonnenuntergang über dem Fjord
  • Schokokuchen aus dem Omnia-Backofen
  • Blick aus dem Van-Fenster auf die Schneelandschaft

Das Video zu diesem Teil